Radtipp Luftdruck: Wenn die Luft ausgeht

Welche Pumpe passt auf welchen Reifen?

Luftdruck ist essentiell für das Vorankommen des Fahrrads. Das fällt besonders beim Patschen auf, also wenn die Luft komplett aus dem Reifen entweicht. Aber auch unter Normalumständen verlieren Schläuche kontinuierlich etwas Luft. Dabei ist zu wenige Luft eine Erschwernis: es erfordert mehr Kraft beim Treten, man ist langsamer unterwegs und beschädigt die Bereifung leichter. Beim langen Stehen auf platten Reifen können die Seitenwände der Mäntel brüchig werden. Zu viel Druck tut aber auch nicht gut – weder der Bereifung noch dem Fahrgefühl.

Um Frust und unnötigen Verschleiß vorzubeugen sollten RadfahrerInnen die Reifen ihres Fahrrads also regelmäßig auf passenden Luftdruck überprüfen und bei Bedarf nachpumpen. Zuhause ist eine gute Standpumpe mit Druckanzeige zu empfehlen, zusätzlich kann man unterwegs eine kleine Handpumpe mitführen. Bei beiden ist auf den passenden Ventilausgang bzw. auf Doppelköpfe für beide existenten Ventilgrößen zu achten.

Welche Ventile gibt es denn?

Die drei gängigsten Fahrradventile in Österreich sind bekannt als

  • Autoventil oder Schraderventil (AV)
  • Dunlopventil oder Normalventil (DV)
  • Rennradventil oder Sklaverandventil (SV)

Die Ventile unterscheiden sich in ihrem Durchmesser und dem maximalen Druck, dem sie Stand halten. Jede Ventilart ist typisch für bestimmte Fahrradarten. Die dünnen Sclaverandventile werden vor allem bei Rennrädern und vermehrt bei Mountainbikes eingesetzt. Dunlopventile hingegen werden nur mehr selten verwendet und benötigen denselben Felgenlochdurchmesser wie Autoventile, die die gängigste Ventilart darstellen. Handelsübliche Pumpen passen auf alle drei Ventile, wenn sie entweder zwei Luftauslässe („Doppelkopf“) oder einen Umschaltmechanismus haben. Zwei Auslässe reichen daher, weil das Rennrad- und das Dunlopventil mit der selben Größe pumpbar sind.

Achtung: Beim Pumpen mit kleinen Handpumpen, die direkt ohne Schlauch auf dem Ventil sitzen, immer mit einer Hand Pumpe, Ventil und Felge gleichzeitig festhalten, da es sonst leicht zu einem Ventilabriss kommen kann.

Beim #anradeln-Gewinnspiel verlosen wir zwei zuverlässige Pumpenmodelle des deutschen Traditionsherstellers SKS. Die AIRKOMPRESSOR 12.0 von SKS ist eine besonders praktische Standpumpe, da sie für alle Ventile verwendet werden kann, über eine Druckanzeige verfügt und genug Druck auch für Rennradreifen aufbringt. Mit der kleinen INJEX T-ZOOM BLACK wiederum hast du eine praktische Fahrradpumpe für unterwegs griffbereit zur Hand.

Der richtige Reifendruck!

Richtig Spaß macht Radfahren erst mit dem richtigen Reifendruck. Ein Blick auf die Seitenwand des Reifens lohnt sich, dort findet man den minimal sowie maximal zulässigen Reifendruck fürs Fahrrad, dieser sollte nicht überschritten werden. Der optimale Reifendruck kann sehr stark variieren: So werden die Schläuche bei einem Fatbike mit seinen breiten Reifen gerade mal auf 0,5 Bar Überdruck aufgepumpt, bei Rennradreifen sind es dagegen bis zu elf Bar.


Grundsätzlich gilt: Je schmäler der Reifen und je größer die Gesamtlast, umso höher muss der Luftdruck sein. Breite Reifen werden allgemein mit einem geringeren Luftdruck betrieben. Je höher der Luftdruck, umso geringer der Rollwiderstand des Reifens bei sehr ebenem Untergrund. Offroad Holperstrecken zeigen aber: weniger Luft bedeutet jedoch auch mehr Dämpfkomfort, mehr Grip und leichteres Rollen. Der Fachhandle kann bei Detailfragen weiterhelfen.

Kurz gesagt: bei den Feinheiten streiten die ExpertInnen, im Großen und ganzen gilt aber: genug Luft ist das Wichtigste! Bei Reifen und ReiterIn.


Quellen u.a.:
Dietz Matthias (2020), Mit dem Fahrrad ins Büro, 1. Aufl., Bielefeld
Hager Alexander, Pepelnik Johannes (2009), Radfahren in Wien, Wien
https://www.pd-f.de/2016/05/03/warum-laesst-sich-der-fahrradreifen-nicht-aufpumpen_10333

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